Die US-Regierung hat dem britischen Ölkonzern BP angedroht, ihm die Führung bei der Bekämpfung der Ölpest zu entziehen. (Foto: © NASA)
Die Ölbohrinsel “Deepwater Horizon” explodierte am 20. April dieses Jahres im Golf von Mexiko. Seit diesem Tag strömen nach offiziellen Angaben etwa 800.000 Liter Rohöl aus dem Leck in 1500 Meter Tiefe ins Meer. Bis heute hat es der britische Ölriese BP nicht geschafft, das Leck zu verschließen. Nach einigen gescheiterten Versuchen das Öl abzusaugen, wurde der Termin für die end- gültige Verschließung des Lecks immer wieder verschoben. Die US-Regierung wird mittlerweile ungeduldig und hat BP angedroht, dem Unternehmen die Federführung im Kampf gegen die Katastrophe aus der Hand zu nehmen. Nach Meinung der US-Regierung lasse BP bei den Bemühungen, das Bohrloch zu verschließen, Frist um Frist verstreichen. US-Innenminister Ken Salazar sieht BP sogar in einer “Existenzkrise”.
Ursprünglich hatte BP angekündigt, das Leck am Sonntag ver- schließen zu wollen. Dabei sollten große Mengen Schlamm in das Loch gepumpt und anschließend ein Pfropfen aus Zement darüber gegossen werden. Dieser Versuch wurde ohne Angabe von Gründen auf den Dienstag verschoben. Es ist unklar, ob dieser Versuch mit dem sogenannten “Top Kill”-Verfahren glücken wird. BP musste zwischenzeitlich auf Drängen der US-Regierung einen Livestream bereitstellen, auf dem jeder einen Blick auf die aktuelle Situation am Ölleck werfen kann. Weitere Informationen zum BP-Livestream finden Sie hier. (ok)