Der Ölriese BP will heute damit beginnen, das Leck der havarierten Bohrinsel "Deepwater Horizon" mit einem "Top Kill" zu verschließen.
Der britische Ölkonzern BP will heute, rund fünf Wochen nach Beginn der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, einen neuen Anlauf unternehmen, das Leck in 1.500 Metern Tiefe zu verschließen. Dazu soll das sogenannte “Top Kill”-Verfahren angewendet werden. Dabei werden große Mengen Schlamm in das Bohrloch gepumpt, wodurch die Quelle versiegen soll. Sollte der Ölfluss gestoppt werden können, will BP das Leck zusätzlich mit Zement versiegeln. Es kann bis zu zwei Tagen dauern, bis es Gewissheit gibt, ob der “Top Kill” erfolgreich war oder nicht. Bislang wurde diese Technik, die schon oft erfolgreich bei Bohrlöchern an Land eingesetzt wurde, auch in 1.500 Metern Tiefe funktionieren kann.
BP rechnet sich Erfolgchancen von 60 bis 70 Prozent aus. Sollte jedoch etwas schief gehen, könnte sich das Leck sogar weiter vergrößern und noch mehr Öl aus dem Leck in den Golf von Mexiko laufen. Offiziellen Angaben zufolge fließen aktuell rund 800.000 Liter Rohöl aus dem Leck der am 20. April explodierten Bohrinsel “Deepwater Horizon”. Experten gehen jedoch davon aus, dass die BP-Angaben keinesfalls stimmen. In den düstersten Schätzungen gehen Experten von bis zu 11 Millionen Litern pro Tag aus, die aus dem Leck ins Meer strömen. Die Arbeiten am Leck können über einen von BP bereitgestellten Live-Videostream verfolgt werden. Informationen dazu finden Sie hier. (ok)