Seit Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko könnten bis zu 148 Millionen Liter Rohöl aus dem Bohrloch der "Deepwater Horizon" ausgetreten sein.
Die Ölpest im Golf von Mexiko hat das Ausmaß der Exxon Valdez-Ölkatastrophe vor über 20 Jahren übertroffen. Neusten Schätz- ungen zufolge sind mittlerweile rund 72 Millionen Liter Rohöl aus dem Bohrloch der epxlodierten Bohrinsel “Deepwater Horizon” ins Meer geflossen. Die Exxon Valdez verlor damals rund 42 Millionen Liter Rohöl. Dabei handelt es sich allerdings um sehr konservative Schätzungen. Im schlimmsten Fall könnten bis zu 148 Millionen Liter aus dem Loch ausgetreten sein. Der traurige Rekord: Mit diesen Horrorzahlen ist die “Deepwater Horizon”-Katastrophe nun auch offiziell die schlimmste Ölkatastrophe in der US-Geschichte.
Den Angaben einer Sprecherin des U.S. Geological Survey zufolge haben zwei unabhängig voneinander arbeitende Wissenschaftler-Teams errechnet, dass täglich zwischen 1,9 und 3,8 Millionen Liter Rohöl aus dem Leck ausgelaufen sein müssen. Offiziellen Angaben von BP und der U.S. Coast Guard zufolge soll es sich jedoch “nur” um 800.000 Liter pro Tag handeln. Die Wissenschaftler bezweifeln diese Angabe stark, nachdem sie Videos des austretenden Öls gesehen haben. Aktuell versucht BP mit der sogenannten “Top Kill”-Methode das Leck endgültig zu verschließen. (ok)