Laut einer aktuellen Studie ist der Nährstoffgehalt von Bio-Lebensmitteln nicht höher als der von konventionell erzeugten Produkten.
Britische Forscher haben 162 wissenschaftliche Studien aus den letzten 5 Jahrzehnten zum Thema Bio-Lebensmittel analysiert und kommen zu dem Ergebnis, dass diese nicht gesünder seien als konventionell angebaute Lebensmittel. Die Wissenschaftler vom Londoner Institut für Hygiene und Tropenmedizin berichten, dass es nur einige geringfügige Unterschiede beim Nährstoffgehalt der Nahrungsmittel gebe, die aber für die Gesundheit kaum eine Rolle spielten. Diese Unterschiede könnten von verschiedenen Düngemitteln oder unterschiedlichen Reifegraden bei der Ernte stammen. Die Forscher ziehen das Fazit, dass es derzeit keinen Beweis dafür gebe, dass Bio-Lebensmittel gesünder seien als konventionell hergestellte Lebensmittel.
Viele Bio-Verbände und Experten kritisieren diese Schlussfolgerung und die Studie selbst, denn hier wurde nur der Nährstoffgehalt der Lebensmittel untersucht, während die Schadstoffbelastung nicht berücksichtigt würde. Gerade hier seien jedoch große Unterschiede zwischen den beiden Lebensmittelarten zu erwarten. Das bestätigte auch eine im Mai 2009 veröffentlichte Studie, die 180 Untersuchungen analysierte. Sie kam zu dem Ergebnis, dass in Bio-Lebensmittel deutlich weniger Pestizide, Schwermetalle und Pilzgifte enthalten sind als in herkömmlichen Lebensmitteln. Trotz- dem fehlen bislang noch aussagekräftige Studien über die Lang- zeitwirkung von Bio-Lebensmitteln. (Foto: © Witscherkowsky / mh)