Greenpeace warnt vor möglichen Ölkatastrophen in der Nordsee. (Foto: © Martin Langer / Greenpeace)
Ein aktueller Beobachtungsflug der Umweltschutzorganisation Greenpeace hat gezeigt, dass es auch in der Nordsee bereits eine starke Ölverschmutzung durch den alltäglichen Förderbetrieb der Öl- und Gasplattformen gibt. Bei der Kontrolle von 25 der ins- gesamt 400 Förderanlagen in der Nordsee entdeckten die Umweltschützer an 5 Plattformen große schwimmende Ölteppiche. Diese befinden sich bei den Plattformen Ninian Southern, Ninian Central, Tiffany (Canadian Natural Resources Limited), Dunlin (Fairfield Energy) und im Brent Feld (Shell).
Angesichts der aktuellen Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko fordert Greenpeace, dass keine neuen Genehmigungen zur Öl- und Gas- förderung in der Nordsee erteilt werden. Greenpeace-Meeres- biologe Christian Bussau erklärt, dass eine solche Katastrophe wie im Golf von Mexiko auch in der Nordsee jederzeit möglich wäre, immer wieder würde es zu Unfällen auf Ölplattformen kommen. Laut der OSPAR (Oslo-Paris-Kommission zum Schutz des Nordost-Atlantiks) ereigneten sich alleine 2007 im Nordost-Atlantik 515 Öl-Unfälle auf Plattformen, bei denen 3907 Tonnen Öl ausgetreten sind. Durch den alltäglichen Förderbetrieb wurden weitere 9596 Tonnen Öl ins Meer geleitet. Diese chronischen Ölverschmutzungen sind Bussau zufolge aktuell schlimmer als die Unfälle, weil sich so unaufhaltsam Restmengen an Öl in Fischen, Seevögeln, Meeres- säugern, Würmern und Muscheln anreichern und so in die Nahrungskette gelangen können. (mh)