Der TÜV Süd konnte am Mittwoch die ersten Erfahrungswerte bei der Prüfung von Elektro-Autos sammeln. (Foto: © TÜV Süd)
Der TÜV Süd konnte am Mittwoch erste Erfahrungswerte hin- sichtlich der Prüfpraxis bei Elektro-Autos sammeln: Gleich vier E-Minis wurden dem TÜV Süd in der Prüfstelle in Hoppegarten bei Berlin vorgestellt. Dabei handelte es sich um die erste Haupt- untersuchung, die überhaupt an Elektro-Fahrzeugen durchgeführt wurde. Sie unterscheidet sich deutlich von der bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. So entfällt beispielsweise die Abgasunter- suchung (AU) komplett.
Als Grundlage und Orientierungshilfe für die einzelnen Prüfschritte bei einer HU für Elektrofahrzeuge dient die europäische Prüfnorm für elektrische Sicherheit. In ihr ist unter anderem geregelt, wie die stromführenden Teile abgesichert und gekennzeichnet werden müssen und wie die Betriebsbereitschaft und der Ladevorgang angezeigt werden muss. Im Verlauf der Prüfung werden deshalb unter anderem die Meldungen des Elektroantriebs überprüft. An den Schlitzen der Akkubelüftung wird eine Sichtprüfung durch- geführt. Zudem werden die spannungsführenden Kabel am Unterboden der E-Autos ausführlich unter die Lupe genommen. Zukünftig soll bei Prüfungen von Elektro-Autos der Fokus auf die Hoch-Volt-Systeme gelegt werden. So müssen Prüfer künftig besonders auf die Beschädigungsfreiheit von Isolierungen und auf die Funktionsfähigkeit des Schutzleiters achten.
Nach der HU der E-Minis, die im übrigen alle ihre Prüfplakette erhielten, möchte der TÜV Süd nun konkrete Empfehlungen für die zukünftige Durchführung der HU an Elektrofahrzeugen entwickeln. Auch wenn reine E-Fahrzeuge aktuell noch selten sind, gibt es inzwischen immer mehr Hybrid-Autos, bei deren HU das Thema Hochvolttechnologie ebenfalls eine große Rolle spielt. Deshalb ist die Entwicklung eines Prüfkatalogs unabdingbar, der auch bei der Schulung von Werkstattmitarbeitern im Umgang mit Hochvolt-Fahrzeugen eingesetzt werden kann. (ok)