Die Facebook-Gruppe "Boycott BP" ruft zum weltweiten Boykott sämtlicher BP-Marken auf. (Bild: © Boycott BP)
Mit dem Scheitern der Operation “Top Kill” hat der britische Ölkonzern BP gezeigt, wie hilflos er im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ist. Nach mehr als einem Monat hat der Konzern entschieden, weitere Versuche, das Ölleck der am 20. April 2010 explodierten Bohrinsel “Deepwater Horizon” zu verschließen, zu unterlassen und sich stattdessen auf die Bohrung mehrerer Entlastungslöcher zu konzentrieren. Bis die Quelle, aus der Schätzungen zufolge täglich zwischen 800.000 und 4 Millionen Liter Rohöl in den Golf von Mexiko strömen, endgültig versiegen wird, kann es laut BP noch bis Ende August dauern. Was dies für das extrem empfindliche Ökosystem an der Südküste der USA bedeutet, lässt sich kaum in Worte fassen.
Auf der Online-Plattform “Facebook” hat sich zwischenzeitlich eine Gruppe formiert, die zum Boykott der Produkte der BP-Gruppe aufruft. Die Gruppe fordert, die BP-Marken Castrol, Arco, Aral, am/pm, Amoco und Wild Bean Kaffee bis zur endgültigen Säube- rung aller Küsten und dem Verschließen der Ölquelle zu boy- kottieren. Hierzulande ist BP mit 2.400 Aral-Tankstellen vertreten. Aktuell verfügt die Facebook-Gruppe über 226.990 Unterstützer. Pro Minute kommen 20 bis 50 neue hinzu. Mit einer ähnlichen Situation sah sich auch der Ölkonzern Shell konfrontiert, als er plante, die Ölbohrinsel “Brent Spar” im Meer zu versenken. Nachdem die Umsätze des Unternehmens um bis zu 50 Prozent einbrachen, gab man nach und demontierte die Bohrinsel schließlich an Land. Mit ähnlichen Umsatzverlusten könnte auch BP in den nächsten Jahren zu kämpfen haben. (ok)