Mehr als 70 Menschen erkrankten alleine im US-Bundesstaat Louisiana in der Folge der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.
Die Ölpest im Golf von Mexiko fordert nicht nur unzählige Opfer in der dort beheimateten Flora und Fauna, sondern setzt auch den Menschen in der Region immer mehr zu. Alleine im US-Bundesstaat Louisiana sind schon über 70 Menschen durch die Ölpest erkrankt. Wie die Gesundheitsbehörden von Louisiana mitteilten, leiden die Betroffenen unter Atemproblemen, Augenreizungen, Übelkeit, Husten, Kopf- und Brustschmerzen. Acht Personen mussten sogar schon stationär behandelt werden.
Die Mehrheit der Betroffenen hatte entweder direkten Kontakt mit dem Öl selbst oder mit den Chemikalien, die im Kampf gegen die Ölkatastrophe eingesetzt werden. Etwa 50 Erkrankte waren nämlich bei Reinigungsarbeiten eingesetzt worden, die vor knapp zwei Monaten, kurz nach Beginn der Katastrophe, durchgeführt wurden. Viele Fischer und von BP angeheuerte Helfer berichten, dass sie bei ihrer Arbeit keine Schutzkleidung, Atemmasken oder Handschuhe getragen hätten und dass BP sie nicht auf mögliche gesundheitliche Gefahren hingewiesen habe, berichtet “Die Zeit”. Die übrigen Betroffenen erkrankten laut der Behörde hauptsächlich durch den Gestank der Ölpest, der bis zu ihren Häusern reichte. Neben Lousiana sind noch andere US-Bundesstaaten von der Ölpest betroffen, noch ist allerdings unklar, wie viele Menschen bislang insgesamt hierdurch erkrankt sind.
Wie die “Washington Post” berichtet, hat US-Gesundheitsminis- terin Kathleen Sebelius inzwischen einen Protestbrief an den Ölkonzern geschickt. In diesem fordert sie das Unternehmen auf, die volle Verantwortung für die gesundheitlichen Auswirkungen der Ölkatastrophe auf die Menschen zu übernehmen. Doch die weist BP-Chef Tony Hayward von sich. Er erklärte, dass die Symptome der Arbeiter auch andere Ursachen wie z.B. Hitzestaus durch das Tragen der Schutzanzüge, haben könnten. (mh)