US-Wissenschaftler gehen davon aus, dass täglich bis zu 6,36 Millionen Liter Rohöl aus dem Leck der "Deepwater Horizon" auslaufen könnten.
Auch über einen Monat nach der Havarie der “Deepwater Horizon” im Golf von Mexiko kann noch niemand genau sagen, wieviel Öl tatsächlich täglich aus dem in 1500 Meter Tiefe liegenden Leck ins Meer fließt. Erste Schätzungen von BP gingen damals davon aus, dass es sich um 800.000 Liter Rohöl am Tag handeln könnte. Wissenschaftler, die den Ölfluss auf Videos des Lecks studierten, kamen zu dem Ergebnis, dass es sich um bis zu 4 Millionen Liter pro Tag handeln könnte.
Nun übertrifft eine neue Schätzung von Wissenschaftlern der US-Regierung diese beiden Zahlen deutlich: Angeblich soll die tatsächliche Menge bei bis zu 6,36 Millionen Litern pro Tag liegen, teilte die US-Regierung am Donnerstagabend unserer Zeit mit. Durch das Kappen des defekten Steigrohrs, was angeblich für die Installation einer Absaugkappe erforderlich war, hat sich die Austrittsmenge nach Meinung der Wissenschaftler weiter erhöht. BP versucht zwar aktuell einen Großteil des austretenden Öls mit einer Glocke aufzufangen, jedoch lässt sich Schätzungen zufolge so maximal die Hälfte des Öls absaugen. Die andere Hälfte fließt auch weiterhin ungehindert ins Meer. US-Präsident Barack Obama hat dem britischen Ölriesen unterdessen eine Ultimatum gestellt: Bis zum Wochenende soll BP konkrete Vorschläge vorlegen, wie sich das Leck endgültig verschließen lässt. (ok)