Das Verbraucherparlament des vzbv erarbeitete 11 Lösungsansätze für mehr Klimaschutz im Verkehrsbereich. (Bild: © vzbv)
In dem am Freitag zum ersten Mal tagenden Verbraucherparlament diskutierten Verbraucher aus ganz Deutschland über die Chancen für Klimaschutz im Verkehrsbereich. Die größten Chancen sehen die Teilnehmer in besseren Bus- und Bahnverbindungen und einem kundenorientierten Service im Öffentlichen Nahverkehr. Bislang sei sowohl die Infrastruktur als auch die Verkehrsplanung noch viel zu sehr auf das Auto als wichtigstes Verkehrsmittel ausgerichtet, so die Kritik. Probleme sehen manche Verbraucher auch darin, dass die Arbeitgeber ihre Möglichkeiten, klimaverträgliche Mobilität zu unterstützen, nicht nutzen und z.B. auf Kurzstrecken Radfahren als Dienstfahrten nicht anerkennen. Auch der Zeitvorteil des öffent- lichen Nahverkehrs gegenüber dem PKW müsste verbessert werden. Außerdem gebe es kaum attraktive Alternativen für Urlaubsreisende, die auf Auto oder Flugzeug verzichten wollen. Viele nutzen die Bahn als Verkehrsmittel nicht, weil Reisen hier zu lange dauern, zu teuer und zu umständlich sind.
In einem Ergebnispapier präsentierte das Verbraucherparlament schließlich 11 Lösungen für eine nachhaltige Mobilität. Diese sind: 1. die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs flexibler, einfacher und attraktiver zu machen, 2. eine Einheitsabgabe (ähnlich der GEZ) einzuführen und damit den ÖPNV rund um die Uhr einsetzbar zu machen, 3. “wahre Preise” und Kompensation für Klimafolgen einzuführen, 4. die Verkehrsplanung stärker auf Nicht-Autofahrer auszurichten, 5. in Schulen und anderen Institu- tionen nachhaltige Mobilitätserziehung anzubieten, 6. eine Verhaltensänderung bei Vorbildern zu erzielen und eine klima-bewusste Kommunikation in den Medien zu fördern, 7. klima- schädliche Subventionen abzubauen, 8. den motorisierten Individualverkehr zu verteuern, 9. bessere Anschlüsse für verschie- dene Verkehrsmittel zu errichten, 10. umweltfreundliche Mobilität von Arbeitgebern unterstützen und mitplanen zu lassen und 11. das Image und die Kultur von klimafreundlichem Urlaub zu verbessern. Das Verbraucherparlament wurde von der Verbrau- cherzentrale Bundesverband (vzbv) initiiert. Rund 400 Bürger aus ganz Deutschland hatten sich um eine Teilnahme an dem Parlament beworden, das unter dem Motto “Verbraucherparlament - für mich. für dich. fürs klima.” ins Leben gerufen wurde. Insge- samt wurden 150 Verbraucher nach repräsentativen Kriterien ausgewählt. Das Verbraucherparlament wird vom Bundesumwelt- ministerium gefördert. (mh)