Biomasse macht einen Anteil von 28,5% bei der Strom- und 93% bei der Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien aus. (Foto: © Fruitmedia)
Die größte Bedeutung mit einem Anteil von 70% an der Erzeugung erneuerbarer Energien (Strom, Wärme) hat in Deutschland die Biomasse. Zu Biomasse zählen sowohl eigens dafür angebaute Pflanzen wie Raps oder Mais als auch unzählige andere Stoffe organischer Herkunft (Holz, Stroh, Pflanzenabfälle) und Depo- niegas aus Klärwerken und Mülldeponien. 2009 wurden alleine 113,9 Milliarden kWh Wärme aus Biomasse erzeugt - drei Jahre zuvor waren es noch 88,8 Milliarden kWh, schreibt das Infor- mationszentrum für Landwirtschaft proplanta. Doch nicht nur die Wärmenutzung aus Biomasse nimmt stetig weiter zu, auch die Stromerzeugung aus Biomasse steigt weiter an: Waren es im Jahr 2006 noch 19,3 Milliarden kWh, waren es im letzten Jahr schon 30,1 Milliarden kWh. Diese Entwicklung ist vor allem auf die wachsende Zahl von Biogasanlagen und die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zurückzuführen. Damit betrug der Anteil der Biomasse an der Stromerzeugung im Jahr 2008 ca. 28.5%. Bei der Wärmeerzeugung liegt der Anteil der Biomasse sogar bei 93%.
Einen Rückgang musste lediglich die Produktion von Biokraftstoff hinnehmen, die von 45,1 Milliarden kWh im Jahr 2007 auf 33,8 Milliarden kWh im Jahr 2009 sank. Experten sehen die Einführung einer Steuer auf Biotreibstoffe als Grund für diese Entwicklung, die auch durch den neuen Beimischungszwang von Biokraftstoffen zu mineralischem Treibstoff nicht kompensiert werden konnte. Sowohl der Bundesverband Erneuerbare Energien als auch das Bundes- umweltministerium schätzen, dass bis zum Jahr 2020 ohne Gefährdung der Ernährungssicherheit eine Fläche von 3,2 Millionen Hektar für den Anbau von Energiepflanzen genutzt werden könne. Aktuell sind es etwa 1,8 Millionen Hektar. (mh)