Greenpeace-Aktivistien drangen in das Werksgelände des AKW Forsmark in Schweden ein und wurden dabei verhaftet. (Foto: © Dennis 140)
Über 50 Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind am Montag über eine Feuerwehrleiter auf das Gelände des Atom- kraftwerks Forsmark (Schweden) eingedrungen, um dort gegen die geplante Neuzulassung von Reaktorneubauten zu protestieren und sich für erneuerbare Energien einzusetzen. Nach Angaben des schwedischen Umweltministers Andreas Carlgren konnten die Umweltschützer durch Sicherheitslücken auf das Gelände gelan- gen, was nun dringend geändert werden müsse. Die Umwelt- schützer sind mit Hilfe der Leiter eines ausgedienten französischen Feuerwehrwagens über den Zaun des AKW-Geländes geklettert. Drei Greenpeace-Aktivisten gelang es, auf die Kuppel des Reaktors 2 zu klettern, bevor die meisten Umweltschützer von der Polizei wegen unbefugtes Betreten und Verletzung der Sicherheits- bestimmungen verhaftet wurden. Noch immer sollen sich 29 der aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien und Polen stammenden Aktivisten in Haft befinden.
1980 hatte die schwedische Bevölkerung in einem Referendum den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen, woraufhin der schwedische Reichstag den Neubau von Reaktoren verbat. Der derzeitige Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt will dieses Verbot wieder aufheben. Die entsprechende Abstimmung im schwedischen Reichstag soll am kommenden Donnerstag stattfinden. Das von dem Energiekonzern Vattenfall betriebene Atomkraftwerk Forsmark geriet in den letzten Jahren immer wieder wegen Sicherheits- pannen in die Schlagzeilen. Zusammen mit den Kernkraftwerken Oskarshamn und Ringhals deckt der hier erzeugte Strom rund die Hälfte des kompletten Strombedarfs von Schweden. (mh)