Der britische Ölkonzern BP hat seinen Vorstandschef Tony Hayward vom Krisenmanagement der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko abgezogen.
Der britische Ölriese BP hat seinen Vorstandschef Tony Hayward vom Krisenmanagement der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko abgezogen. Ersetzt wird Hayward durch Bob Dudley. Dudley ist seit 2009 geschäftsführender Direktor bei BP. Hayward soll künftig nicht mehr in “erster Reihe kämpfen”, sondern sich aus dem Hintergrund mit der Eindämmung der Ölpest im Golf von Mexiko beschäftigen und versuchen, die Folgeschäden zu minimieren. Der BP-Vorstandschef sagte am Mittwoch vor dem US-Kongress aus. Der äußerte er sich unter anderem zu seinem Krisenmanagement. Er nannte die Explosion der “Deepwater Horizon”, bei der 11 Arbeiter ums Leben kamen, “schrecklich” und versprach die Sache “in Ordnung zu bringen”. Der Aufsichtsratschef sagte hingegen, dass Hayward bereits acht Wochen Zeit gehabt habe. “Jeder dachte, es würde schneller gehen.” Tony Hayward habe mit seinen Aüßerungen die Amerikaner “verärgert”. Unter anderem sagte Hayward, er wolle “sein Leben zurück”.
Aktuell fängt BP mit seiner Auffangvorrichtung 25.000 Barrel Rohöl pro Tag aus dem Leck am Meeresgrund auf. Dies könnte neusten Schätzungen zufolge jedoch gerade mal die Hälfte dessen sein, was täglich aus dem Leck ins Meer fließt. US-Experten gehen davon aus, dass täglich etwa 35.000 bis 60.000 Barrel Rohöl aus dem Leck austreten. Bis Mitte Juli soll die Kapazität der Auffangvorrichtung auf 60.000 bis 80.000 Barrel Rohöl pro Tag steigen. Damit sollen dann laut BP 90 Prozent des gesamten Ölmenge aufgefangen werden. (ok / Foto: © NASA)