Das Öl verpestet weiterhin den Golf von Mexiko. BP-Chef Tony Hayward geht in der Zwischenzeit segeln. (Foto: © NASA)
Das defekte Bohrloch im Golf von Mexiko spuckt weiterhin täglich Millionen Liter Rohöl ins Meer. Zwar fängt BP eigenen Angaben zufolge “einen Großteil” des austretenden Öls auf, jedoch fließen nach Meinung von Experten immer noch Tausende Barrel Öl ungehindert neben der Absaugvorrichtung her. Am Wochenende leistete sich der Ölkonzern außerdem wieder eine Panne: Die Absauganlage, die das Öl vom Meeresgrund in ein Schiff an der Meeresoberfläche pumpen soll, wurde wegen einer defekten Brandschutzeinrichtung abgeschaltet. Danach wartete man noch ein Unwetter ab, bevor man die Anlage wieder in Betrieb nahm. In der Zwischenzeit liefen Millionen Liter Rohöl aus dem Leck ins Meer.
Für BP-Chef Tony Hayward, der zum Wochenende von seinen Pflichten als Krisenmanager im Golf entbunden wurde, scheint das jedoch kein Problem zu sein: Der für seine katastrophalen PR-Patzer bekannte Hayward nahm am Wochenende mit seiner 700.000 Dollar teuren Yacht “Bob” an einer Regatta zwischen der Isle of Wight und dem britischen Festland teil. Das Weiße Haus bezeichnete Haywards Verhalten als “PR-Fiasko”. Dem britischen Energiekonzern steht das Öl langsam bis zum Hals: 104 Millionen Dollar musste man bislang an Entschädigungen bezahlen. Medien- berichten zufolge wurden dem Unternehmen seit Beginn der Ölpest 64.000 Klagen zugestellt. Auf Drängen der US-Regierung musste BP außerdem einen Entschädigungsfonds einrichten, in den 20 Milliarden Dollar eingezahlt werden sollen. (ok)