Ein norddeutsches Firmenkonsortium hat BP Hilfe bei der Eindämmung der Ölpest angeboten. (Foto: © NASA)
Es ist die schlimmste Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA und noch immer ist kein Ende abzusehen: Seit die Ölbohrinsel “Deepwater Horizon” am 20. April im Golf von Mexiko explodierte, strömen jeden Tag Tausende Tonnen Öl ins Meer. Der verant- wortliche Konzern BP musste einräumen, auf die Katastrophe nicht vorbereitet gewesen zu sein und versucht immer noch vergeblich, das Öl einzudämmen und aufzufangen.
Nun haben sich norddeutsche Unternehmen eingeschaltet und bieten ihre Hilfe an. Die Kieler Contros Systems & Solutions GmbH hat zusammen mit dem Pumpenhersteller Bornemann und dem Beratungsunternehmen CCS Consulting, das auf Unterwasser-Technologien spezialisiert ist, ein System entwickelt, mit dem ein weiteres unkontrolliertes Ausströmen von Öl gestoppt werden kann. Contros-Geschäftsführer Danil Esser erklärt im NDR 1 Welle Nord das Funktionsprinzip: Bei dem System werden besonders leistungsfähige Pumpen in Verbindung mit der Chemikalie Monoethylenglokol (MEG) eingesetzt werden. Diese Chemikalie verhindert in der Tiefe, in der sich das Leck befindet, dass sich eisähnliches Methanhydrat bildet. Methanhydrat ließ den ersten Rettungsversuch von BP scheitern, denn es verstopfte die Glocke, mit der das Öl abgesaugt werden sollte. Das deutsche Firmen- konsortium schlägt vor, einen Trichter über das Leck zu stülpen, in den über eine sensible Echtzeitsteuerung eine präszise Menge MEG eingespritzt wird, so dass sich keine Kristalle bilden können.
Esser schätzt die Erfolgswahrscheinlichkeit der Methode, die bislang nur im Labor erprobt wurde, auf 70% ein. Ein solcher Rettungsversuch würde etwa 4-6 Millionen Euro kosten, noch ist unklar, wann die Idee umgesetzt werden soll. Esser zufolge sind die Unternehmen bereits mit einem Vertragspartner von BP in Kontakt getreten, der die Idee der Kieler weitergegeben hat. Nun warte man auf Antwort von BP. (mh)