Auch bei Online-Anbietern von Waschmaschinen wird Greenwashing immer beliebter. (Foto: © Pixelio / Maggy W.)
Immer mehr Firmen versuchen sich ein besseres Image zu verpassen, indem sie mit grünen Slogans und einem besonderen Umweltbewusstsein werben (”Greenwashing”). Doch was ist dran an den Werbeaussagen? Die Verbraucherzentrale Berlin hat verschiedene Online-Angebote für Haushaltswaschmaschinen diesbezüglich mal genauer unter die Lupe genommen und fest- gestellt, dass hinter den vermeintlich umweltfreundlichen Produkt- eigenschaften oft nicht mehr als heiße Luft steckt.
Der Test fand im Rahmen der bundesweiten Klima-Aktion “für mich. für dich. fürs klima.” statt und bestand aus der stichprobenartigen Überprüfung von Online-Werbeaussagen zu der Energieeffizienz, Waschwirkung und Schleuderwirkung von Haushaltswasch- maschinen. Es zeigte sich, dass auch große Anbieter mit ihrer Werbung gegen die Verordnung zur Kennzeichnung des Energieverbrauchs (EnVKV) verstoßen, indem sie z.B. ihre Wasch- maschine mit der Energieeffizienzklasse A+ bewerben. Juristin Regina Herrmann von der Verbraucherzentrale Berlin erklärt jedoch, dass es eine solche Klasse für Waschmaschinen derzeit noch gar nicht gibt. Es ist jedoch im Gespräch, diese in Kürze einzuführen. Die Energieeffizienzklasse von Waschmaschinen wird mit den Buchstaben A-G gekennzeichnet. Eine Kennzeichnung A+ oder A++ gibt es nur bei Kühlschränken und Gefriergeräten. Mit einer vermeintlichen Energieeffizienzklasse A+ bei einer Waschmaschine glaubt der Verbraucher automatisch, dass das Gerät sparsamer ist als eines mit Effizienzklasse A.
Auch Werbeaussagen wie “30% sparsamer als Energie- effizienzklasse A” sind irreführend, denn laut Regina Herrmann ist es “völlig unklar, auf welchen Basiswert sich die Ersparnis-Angabe bezieht”. Manche Anbieter nutzen die vorgegebene Skala von A-G auch überhaupt nicht. Allerdings haben die Online-Anbieter, die gegen die EnVKV verstoßen haben, nach einer entsprechenden Abmahnung umgehend reagiert, bemerkt Herrmann. (mh)