Laut BP könnten aus dem Leck am Meeresboden unter bestimmten Bedingungen bis zu 100.000 Barrel Rohöl pro Tag ausströmen.
Ist die Ölpest noch viel schlimmer als zunächst vermutet? Laut einem internen Bericht des britischen Ölriesen BP, den die US-Regierung nun veröffentlicht hat, könnte das der Fall sein: In dem “Worst-Case-Szenario” spricht BP von einer Zahl, die den meisten Umweltschützern einfach die Sprache verschlagen dürfte. Unter bestimmten Bedingungen könnten bis zu 100.000 Barrel (15,9 Millionen Liter) Rohöl pro Tag aus dem in 1500 Meter Tiefe liegenden Leck in den Golf von Mexiko strömen. Zum Vergleich: Zu Beginn des Ölkatastrophe ging BP noch von 1.000 bis 5.000 Barrel pro Tag aus. Das neue Worst-Case-Szenario von BP übersteigt die schlimmsten Schätzungen der US-Regierung deutlich. Washington ging bisher davon aus, dass maximal 60.000 Barrel Öl pro Tag aus dem defekten Bohrloch ausströmen könnten - also gut ein Drittel weniger als in BPs Horrorszenario.
In dem Papier des Ölmultis geht es um die Risiken der Ölauffang-Methoden. Die 100.000 Barrel Rohöl pro Tag könnten demnach dann austreten, wenn man das defekte Sicherheitsventil komplett entfernen würde. Bislang wurde lediglich ein Teil des Steigrohrs entfernt. Pikant: Der Bericht wurde offenbar im Mai verfasst. Zum gleichen Zeitpunkt sprach BP noch von 5000 Barrel Rohöl, die täglich ins Meer strömen. BP weist jedoch Vorwürfe, man habe der Öffentlichkeit nicht die Wahrheit über das Ausmaß der Katastrophe gesagt, zurück. Laut BP beruhen die Schätzungen auf Bedin- gungen, die nie eingetreten seien. (ok)