Von den zahlreichen Ökostrom-Siegeln ist vor allem das Gold-Label des GSL zu empfehlen. (Bild: © Grüner Strom Label e.V.)
Nicht jedes Ökostrom-Siegel kennzeichnet auch tatsächlich Ökostrom. Das wichtigste Öko-Siegel, das auch von Energie- experten sowie Verbraucher- und Umweltschützern empfohlen wird, ist das Gold-Label von GSL (Grüner Strom Label), mit dem nur Tarife zertifiziert werden, die zu 100% Strom aus regenerativen Energiequellen (Biomasse, Geothermie, Sonnen-, Wasser- oder Windkraft) bereitstellen. Das Silber-Label von GSL kennzeichnet Tarife, bei denen der Strom bis zur Hälfte aus fossilen Brennstoffen aus Kraft-Wärme-Kopplung bestehen kann. Damit nutzt man eine besonders effiziente Art der Energiegewinnung, die jedoch nicht aus regenerativen Quellen stammt. Die Anbieter von GSL-Tarifen investieren außerdem pro verkaufter Kilowattstunde 1 Cent in erneuerbare Energien, so dass der Umweltfaktor bei diesen Tarifen doppelt nachweisbar ist.
Ein weiteres Ökostrom-Label ist das ok-Power-Label vom Verein “Energie Vision”, der von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, der Umweltschutzorganisation WWF und dem Freiburger Öko-Institut getragen wird. Ökostrom wird hier genauso wie bei dem GSl-Label definiert, allerdings werden hier auch RECS-Zertifikate als Ökostrom anerkannt. Der nachhaltige Umwelteffekt dieses Labels besteht darin, dass bei dem Fondsmodell des Labels mindestens ein Drittel des Stroms aus Anlagen stammen muss, die höchstens 6 Jahre alt sein dürfen, so dass ein Anreiz für den Neubau von Ökostrom-Anlagen gegeben wird, erklärt die “Welt”.
Der TÜV Süd stellt vier verschiedene Ökostrom-Zertifikate aus: Das EE01-Zertifikat kennzeichnet Tarife, bei denen der Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien stammt, mit dem EE02-Zertifikat werden Tarife gekennzeichnet, bei denen der Strom zu 100% aus Wasserkraft stammt. Bei den beiden anderen Zertifikaten UE01 und UE02 wird auch Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungen einbezogen. Die Zertifikate verpflichten nicht zu einer Reinvestition in erneuerbare Energien und auch hier sind RECS-Zertifikate zugelassen. Die viel genannten RECS-Zertifikate kennzeichnen keinen ökologisch produzierten Strom, sondern sind eigentlich nur ein reines Handelsinstrument. Es wird vorrangig zur Umverteilung von Ökostrom genutzt und hat deshalb derzeit noch keinen nachhaltigen Umweltnutzen. (mh)