Umweltschützer wollen eine große Anzahl an Meeresschildkröten vor der Ölpest im Golf von Mexiko in Sicherheit bringen. (Foto: © Strobilomyces)
Amerikanische Umweltschützer planen in einer nie dagewesenen Aktion mehrere Zehntausend Eier von Meeresschildkröten umzu- siedeln. Meeresschildkröten legen ihre Eier in den Sand, aus denen die jungen Schildkröten schlüpfen und dann selbstständig ins Meer wandern. Sowohl die Nester als auch die Eier, die sich an den Küsten von Alabama und Florida befinden sind von der Ölpest betroffen, die durch die Havarie der Ölbohrinsel “Deepwater Horizon” im April ausgelöst wurde. Die Umweltschützer wollen sie nun in großer Menge einsammeln und an einen sicheren Ort an der Küste des atlantischen Ozeans zu bringen.
Laut den Umweltschützern wurden auch schon in der Vergangen- heit kleinere Mengen Eier umgesiedelt, allerdings habe man noch nie eine solche Aktion in dieser Größenordnung unternommen. Die meisten Eier stammen von der Unechten Karettschildkröte, die im ausgewachsenen Zustand ein Gewicht von bis zu 113 kg erreichen kann. Würden die Nester nicht gerettet, würde dies das sichere Todesurteil für die Schildkröten sein. Nach Einschätzung der Umweltschützer würden die kleinen Schildkröten direkt in den massiven Ölteppich vor der Küste schwimmen und dort sehr wahrscheinlich verenden. Noch ist unklar, ob die Aktion Erfolg haben wird. Der Versuch, der von dem Fish and Wildlife Service, dem National Marine Fisheries Service und dem Staat Florida geplant wurde, scheint jedoch notwendig zu sein, denn bislang wurden schon mehr als 500 Meeresschildkröten tot an den Stränden gefunden. Sollte das Projekt glücken, könnten bis zu 50.000 Meeresschildkröten gerettet werden. (ok)