Experten sind sich noch uneinig darüber, wie sich die Ölpest im Golf von Mexiko auf dessen Ökosystem auswirken wird. (Foto: © NASA)
Einem Bericht der “Washington Post” zufolge sind sich die Experten noch uneinig darüber, welche Folgen die gravierende Ölkatastrophe im Golf von Mexiko auf dessen Ökosystem haben wird. Mittlerweile wurden die Gewässer von zahlreichen Behörden, Umweltschutzorganisationen, Universitäten und privaten Organisa- tionen untersucht. Einige Experten kommen zu dem Ergebnis, dass der Golf von Mexiko von einem ökologischen Desaster verschont bleibt, andere sind der Meinung, dass die Ökosysteme, die schon zuvor in Schwierigkeiten waren, durch die Ölpest “über die Klippe” gestoßen werden. “Die Verbreitung des Öls ist viel größer und schlimmer als wir befürchtet hatten”, sagte Roger Helm, ein Experte des U.S. Fish and Wildlife Service.
“Die Wahrscheinlichkeit, dass es signifikante Veränderungen in der Nahrungskette geben wird, ist sehr groß. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Marschland verschwinden wird… ist sehr groß.” Laut Helm hat sich die Prognose für die Ölpest in den letzten Wochen verschlechtert, weil die angespülte Ölmenge von Louisiana bis Florida trotz der Reinigungsarbeiten deutlich zugenommen habe. Laut Helm komme das Öl schneller an die Küsten als man es entfernen könne. Die Anzahl der bisher aufgefundenen toten Vögel ist trügerisch: Zwar habe man bislang “nur” etwa 1.200 tote Vögel gezählt (nach der “Exxon Valdez”-Katastrophe waren es 35.000), jedoch kann man auch nur die zählen, die man finden kann. Ein Großteil der Vögel verendet auf dem offenen Meer. Weitere Berichte lassen darauf schließen, dass sich der Lebensraum von großen Meeresbewohnern wie Haien in Richtung Küste verlagert. So wurden unmittelbar vor den Küsten Tigerhaie und Walhaie beobachtet, was darauf schließen lässt, dass der natürliche Lebensraum der Tiere von Öl verschmutzt ist und nur noch wenig Sauerstoff enthält. (ok)