Besonders bei hohen Temperaturen können sich Legionellen im Wasch- wasser der Scheibenwaschanlagen ansiedeln. (Foto: © Pixelio / Sergej23)
In einer aktuellen Studie der britischen Gesundheitsorganisation Health Protection Agency (HPA) wurden in jedem fünften reinigungsfreien Waschwassertank von Scheibwischanlagen im Auto Legionellen gefunden. Das ist höchst beunruhigend, denn Legionellen sind Bakterien, die die so genannte Legionärskrankheit mit grippeähnlichen Symptomen und einer Lungenentzündung auslösen können. Prof. Harald Morr, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lungenstiftung (DLV) in Hannover, erklärt, dass der Kunststofftank unter der Motorhaube gerade bei sommerlichen Temperaturen die ideale Brutstätte für Bakterien darstellt. Wenn der Wasservorrat keine oder zu wenig Rienigungsmittel enthält, können sich hier schnell Legionellen ansiedeln, die dann über Wasserspritzer bei Betätigung der Scheibenwaschanlage ins Auto gelangen können. Den Insassen droht hier eine Infektion über die Atemwege. Um dies zu vermeiden, sollte man dem Wasser immer genügend Rienigungsmittel zufügen. Diese enthalten Substanzen, die das Bakterienwachstum stoppen, erklärt Morr.
In der Natur kommen Legionellen in allen möglichen Wasserreser- voires (z.B. Seen, Flüssen) vor, aber sie bevorzugen Wasser- temperaturen von 20-40°C. Typische Brutstätten und bekannte Infektionsquellen für Legionellen sind z.B. auch unregelmäßig genutzte Duschen oder Klimaanlagen. Auch wenn die Legionärs- krankheit insgesamt eher selten auftritt - besonders oft sind Männer ab 50 Jahren betroffen. Sie bricht in der Regel zwei bis zehn Tage nach der Infektion aus und verursacht Kopf- und Muskelschmerzen, einen trockenen Husten und Fieber. In 10-15% aller Fälle endet die Krankheit jedoch tödlich. (mh)