Vier große Ölkonzerne entwickeln ein neues Auffangsystem um Ölkatas- trophen wie die im Golf von Mexiko zu verhindern. (Foto: © Chad Teer)
Als Konsequenz aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko haben sich die großen Ölkonzerne zusammengeschlossen, um ein neues Notfallsystem zur Eindämmung künftiger Ölunfälle zu entwickeln. Die Unternehmen Exxon, Chevron, ConocoPhillips und Shell investieren zusammen 1 Milliarde US-Dollar (umgerechnet 780 Millionen Euro) für ein Auffangsystem, das täglich bis zu 13.600 Tonnen Öl aus einer defekten Ölquelle aufsaugen kann. Das System soll so konstruiert werden, dass es ohne Probleme auch in einer Tiefe von bis zu 3000 Metern arbeiten kann. Das Leck im Golf von Mexiko, aus dem seit der Explosion der Ölplattform “Deepwater Horizon” täglich Tausende Liter Öl ins Meer gesprudelt waren, liegt in einer Tiefe von 1500 Metern.
Der für die aktuelle Ölkatastrophe verantwortliche Konzern BP beteiligt sich an dem neuen Notfallsystem nicht. Das Konsortium erklärte jedoch, dass auch andere Unternehmen sich noch beteiligen könnten um gemeinsam die Sicherheit im Golf von Mexiko zu erhöhen. Hier werden mit rund 170.000 Arbeitsplätzen 30% des Erdöls und Erdgases in den USA gefördert.
Experten sehen das Projekt nicht nur als Vorsorgemaßnahme, sondern auch als Versuch, den Imageschaden der Ölindustrie zu beheben, den die Branche seit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko erlitten hat. Vermutlich wollen die Ölkonzerne damit auch erreichen, dass das Moratorium von Tiefseebohrungen aufgehoben wird, das von der US-Regierung verhängt wurde. (mh)