In deutschen Johannisbeeren wurde eine gesundheitsgefährdende Pestizidbelastung nachgewiesen. (Foto: © Pixelio / Liebhart)
Von der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Auftrag gege- bene Laboranalysen haben ergeben, dass Johannisbeeren oft stark mit gesundheitsgefährdenden Pestziden belastet sind. Bei deutschen Johannisbeeren aus den Lebensmittel-Discountern Aldi-Süd, Rewe/Penny, Edeka und Metro/Real wurden teilweise bis zu neun verschiedene Spitzmittel nachgewiesen. Laut Greenpeace-Chemieexperte Manfred Shanten steckten in jeder untersuchten Johannisbeere durchschnittlich sechs Pestizide - ein deutlicher Anstieg zu vergangenen Jahren. Zum Vergleich: 2006 wurden im Schnitt nur drei Pestizide pro untersuchter Probe entdeckt. Die Vielzahl der nachgewiesenen Pestizide verwundert Experten nicht, denn um die gesetzlichen Grenzwerte für einzelne Pestizide nicht zu überschreiten, wird das Obst mit einem regelrechten Pestizid- Cocktail behandelt. Das ist gesetzlich erlaubt, aber umwelt- und gesundheitsschädlich. Deshalb fordert Greenpeace auch gesetz- liche Grenzwerte für Mehrfach-Rückstände.
Es kommt noch schlimmer: Die Johannisbeeren von Edeka und von Tengelmann enthielten illegale Agrargifte, die in der EU überhaupt nicht zugelassen sind. Es handelt sich hierbei um die Spritzmittel Difenoconazol und Dodin. Diese Mittel gelten als Nervengift und können krebserregend sein und sich negativ auf den Hormon- haushalt und die Fortpflanzung auswirken. Greenpeace hat dies bei den zuständigen Lebensmittelüberwachungsämtern zur Anzeige gebracht. (mh)