EU-Energiekommissar Oettinger spricht sich für eine europaweite Ökostrom-Regelung aus. (Foto: © Pixelio / Brockmann)
EU-Energiekommissar Günther Oettinger fordert einheitliche Einspeiseregelungen für Ökostrom in der gesamten EU. Gegenüber der “Financial Times Deutschland” (FTD) erklärte Oettinger, dass ein europäischer Rechtsrahmen für die Regelung des Netzzugangs benötigt werde. Oettinger kündigte an, beim Treffen der EU-Energieminister, das Anfang September stattfindet, über Mindest- mengen für die Ökostrom-Abnahme und deren entsprechende Vergütung diskutieren zu wollen.
Bislang ist das Fördersystem in jedem der 27 EU-Mitgliedstaaten anders geregelt, da die EU-Kommission es den Staaten freigestellt hat, wie sie Ökostrom fördern wollen. 18 Länder haben Einspeise- vergütungen oder vergleichbare Systeme wie in Deutschland, bei der die Förderung nach Art der Energieerzeugung gestaffelt ist. Die Einspeisevergütung wird für einen langen Zeitraum garantiert, in Deutschland sogar über 20 Jahre. Andere Staaten (z.B. Großbritannien) nutzen das System der Quote, d.s. die Versorger müssen eine vorgegebene Menge an Ökostrom einkaufen und können sich hierfür die günstigste Quelle aussuchen, erklärt die FTD. Beide Modelle sind laut EU-Kommission wirtschaftlich effizient, können aber nicht miteinander kombiniert werden. Oettinger glaubt jedoch, dass die europäischen Energieprobleme nicht auf nationaler Ebene gelöst werden können, sondern dass es einer EU-weiten Infrastruktur bedürfe. Als Ziel nannte er in der FTD eine weitgehend CO2-freie Stromproduktion bis zum Jahr 2050. (mh)