Die immer effektiveren Photovoltaik-Anlagen produzieren Solarstrom, was für immer mehr Bundesbürger attraktiv wird. (Foto: © Pixelio / Sturm)
Im ersten Halbjahr 2010 hat der Photovoltaik-Markt (PV) einen regelrechten Boom erlebt, berichtet der Bundesverband Solar- wirtschaft e.V. (BSW-Solar). Den Angaben der Bundesnetzagentur zufolge wurden in Deutschland von Januar bis Juni 2010 mehr als 3 Gigawattpeak Solarstromleistung neu installiert. Der BSW-Solar vermutet, dass dieser Boom vor allem auf zwei Gründe zurück- zuführen ist: Zum einen sind Investitionen in PV-Anlagen durch die inzwischen deutlich gesunkenen Anschaffungskosten für viele Verbraucher attraktiver geworden, zum anderen haben viele Kunden, die Anschaffung und Installation ihrer Solarstromanlage in das erste Halbjahr des Jahres vorgezogen, um noch die unge- kürzte Förderung des Solarstroms in Anspruch nehmen zu können.
Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz besagt, dass rückwirkend zum 1. Juli 2010 die Fördersätze für Solarstrom um bis zu 13% und zum 1. Oktober um weitere 3% reduziert werden. Zum 1. Januar 2011 werden die Zuschüsse wieder um 13% und zum 1. Januar 2010 erneut um bis zu 21% gesenkt. Wer die Installation einer PV-Anlage erwägt, sollte jedoch nichts überstürzen und vor allem auf eine qualitativ hochwertige Anlage und eine fachgerechte Installation achten, rät BSW-Solar-Geschäftsführer Carsten König.
Laut BSW-Solar haben die Deutschen alleine im letzten Jahr über 6 Milliarden Euro in die Solarenergie investiert - das übertrifft sogar die Summe, die von den vier großen Energieversorgern in Deutschland insgesamt für den Neu- und Ausbau von Kraftwerken ausgegeben wurden. Und Solarstrom bleibt attraktiv, denn die PV- Anlagen produzieren den Strom geräusch- und geruchlos und stoßen dabei keinerlei Schadstoffe aus. Mit mindestens 30 Jahren Betriebsdauer sind sie äußerst langlebig und bestehen aus recyclebaren Materialien (Aluminium, Glas, Kunststoffe, Silizium). Mit fortschreitender Technologie wird die Effizienz bei der Strom- erzeugung immer größer und die Anlagen selbst immer günstiger. Schätzungen des Bundesverbands Erneuerbare Energien zufolge könnte schon 5 Jahren eine Kilowattstunde Solarstrom günstiger sein als herkömmlich produzierter Strom von den örtlichen Energie- versorgern. Experten gehen davon aus, dass die Dachflächen in Deutschland ausreichen würden, um ein Drittel des gesamten Strombedarfs durch Solarenergie zu decken. Aktuell hält die Photovoltaik einen Anteil von 1% der Stromerzeugung, doch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will diesen Anteil auf 4-5% steigern. (mh)