Da Windkrafträder die Radaranlagen der Bundeswehr stören, legt diese immer häufiger ein Veto gegen den Bau neuer Anlagen ein.
Der aktuell Fall in der niedersächsischen Stadt Langen ist nur einer von mehreren, bei denen die Deutsche Luftwaffe den Bau von Windkraftanlagen verhindert. Grund: Durch die Windräder würden die Radaranlagen der Luftwaffenstützpunkte gestört werden. Ein Sprecher der Bundeswehr erklärte, dass die rotierenden Elemente der Windmühlen vom Radar als bewegte Ziele identifiziert werden, was das Erkennen von Luftfahrzeugen erschwert oder sogar ausschließt. Auch die neuen digitalen Radars, die gerade nach und nach die alten Systeme ersetzen, lösen das Problem nicht, im Gegenteil, sie sind noch empfindlicher gegenüber Störungen.
Inzwischen sind wegen solcher Einsprüche der Bundeswehr laut Bundesverband Windenergie (BWE) Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1458 Megawatt gestoppt worden und damit auch die Investition von insgesamt 1,6 Milliarden Euro. Ein BWE-Sprecher erklärt in der “Frankfurter Rundschau”, dass dieses Problem sehr ärgerlich sei, denn zum einen würde durch das immer häufiger eingesetzte Veto der Bundeswehr die Finanzierung neuer Windkraft-Projekte immer schwieriger und zum anderen würde es mittlerweile in einer Größenordnung bestehen, mit der die Öko-Strom-Ziele der Bundesregierung gefährdet seien.
Im Konflikt zwischen BWE und Bundeswehr hat sich inzwischen auch das Bundesumweltministerium als Vermittler eingeschaltet. Es werden verschiedene Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Dazu gehört z.B. die Transponder-Pflicht von Flugzeugen in Windpark-Gebieten. Mit den Transpondern werden dann autmatisch Posi- tionssignale des Flugzeugs abgegeben, so dass diese richtig iden- tifiziert werden können, doch auch diese Maßnahme würde z.B. ein unerwünschtes Eindringen von Terroristen nicht verhindern. (mh)