Eine neue Bakterien-Art im Golf von Mexiko baut das Öl schneller ab als die Forscher zuvor vermutet haben.
Im Golf von Mexiko zersetzen zahlreiche Bakterien-Arten das bei der Ölkatastrophe nach der Explosion der Plattform “Deepwater Horizon” ausgeströmte Öl offenbar schneller als erwartet, das ergaben die Wasserproben aus mehreren Schichten der Ölwolke, die ein US-Forscherteam jetzt untersuchte. Die Wissenschaftler um Terry Hazen von der Universität Berkeley stellten fest, dass die Ölpartikel von Mikroorganismen abgebaut werden und das in einer viel höheren Geschwindigkeit als zu erwarten gewesen wäre. Es handelt sich hierbei um eine neue Bakterienart, die so genannten Proteobakterien. Diese können Kohlenwasserstoffe sehr schnell abbauen und vernichten, ohne jedoch den Sauerstoffgehalt des Wassers deutlich zu verringern, wie es andere ölzersetzende Bakterienarten tun.
Erst vor wenigen Tagen kamen die Forscher des Woods Hole Oceanographic Institutes zu dem Ergebnis, dass es keine erhöhte Mikroben-Aktivität gibt, durch die das Öl abgebaut wird. Allerdings unterscheidet sich die Vorgehensweise der beiden Forscher- gruppen. Während die Wissenschaftler vom Woods Hole Oceano- graphic Institut wie üblich die Bakterienaktivität anhand des Sauerstoffgehaltes im Wasser bestimmt haben, bestimmten die Wissenschaftler aus Berkeley das DNS-Material der hier aktiven Mikroben. Diese benötigen für ihre Aktivität keinen Sauerstoff und wurden deshalb von dem anderen Team auch nicht gefunden. (mh)