Auch in Tschechien, dem drittgrößten Photovoltaik-Markt Europas, sollen die Einspeisetarife reduziert werden. (Foto: © Pixelio / Sturm)
In den letzten Monaten hat der Photovoltaik-Markt in Tschechien einen regelrechten Boom erlebt, was nicht zuletzt auf die großzügige Solarförderung durch die Regierung zurückzuführen ist. Im letzten Jahr war Tschechien Europas drittgrößter Markt für Photovoltaik, mehr neu installierte Photovoltaik-Leistung konnten nur Deutschland und Italien aufweisen. Jetzt die die tschechische Regierung ihren Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energien vorgelegt. Demnach soll die Einspeisevergütung für Photovoltaik halbiert werden. Außerdem soll das Recycling von alten Solar- modulen gesetzlich vorgeschrieben werden. Schon im März entschied sich das Parlament in Prag mit großer Mehrheit für eine Kontrolle des Solarenergie-Booms. Grund hierfür ist die Angst vor einem starken Anstieg der Energiepreise und einer Instabilität des Übertragungsnetzes, berichtet das “Photovoltaik-Magazin”. Demnach würden sich die Investitionen mancher Anleger dank der hohen Einspeisetarife schon nach drei Jahren amortisiert haben.
Neben der Photovoltaik-Förderung sollen auch die Zuschüsse für Windenergie gedeckelt werden. Regierungssprecher Tomas Bartovsky erklärte, dass man so auf die aktuelle rasante Markt- entwicklung mancher erneuerbarer Energien reagieren wolle, um die mit dem Boom zusammenhängenden ökonomischen Risiken zu verringeren. Bartovsky zufolge wurden für verschiedene Ener- giequellen Obergrenzen bestimmt, über die hinaus die staatliche Förderung abgeschafft oder zumindest unterbrochen wird. (mh)