NABU und IG Metall Küste wollen verhindern, dass die Umweltstandards für die Schifffahrt gelockert werden. (Foto: © Pixelio / Stricke)
Die Umweltorganisation NABU und die IG Metall Küste machen sich in einer gemeinsamen Initiative für die strikte Einhaltung der geplanten Umweltstandards in der Schifffahrt stark. Hintergrund: Europäische Industrieverbände forderten eine Lockerung der ab 2015 gültigen Regelungen. Dies wollen NABU und IG Metall Küste verhindern und appellieren in einem Brief an EU-Kommissions- präsident Jose Manuel Barroso, vor allem den Schwefelgrenzwert für Schiffstreibstoffe in Nord- und Ostsee bei 0,1% beizubehalten. IG Metall-Bezirksleiterin Jutta Blankau kritisiert, dass es den Wirtschaftsverbänden, die eine Lockerung der Standards fordern, nur um wirtschaftliche Interessen gehe.
Durch eine Lockerung dieser Grenzwerte würden jene Schiffsbauer und -eigner bestraft werden, die schon Investitionen in saubere Technologien getätigt haben, heißt es dort. Niedrigere Standards würden einen “ökologischen Rückwärtsgang” bedeuten, was “auch im Sinne der Gesundheit und der Umwelt verhindert werden” müsse, warnt der Hamburger NABU-Chef Alexander Porschke. Das Schweröl, das in der Schifffahrt verwendet wird, setzt bei der Verbrennung nicht nur Schwefel, sondern auch giftige Schwer- metalle, Sedimente und hohe Anteile an Rußpartikel frei. Genau diese Schadstoffemissionen sind nach Einschätzung des NABU das größte Umweltproblem der Seeschifffahrt.
Außerdem fordert die Initiative, die von zahlreichen nationalen und internationalen, Umweltorganisationen, Gesundheitsverbänden und Gewerkschaften unterstützt wird, eine Ausweitung der Über- wachungsgebiete für Schwefelemissionen auf das gesamte Mittel- meer, das Schwarze Meer und die Atlantikküsten Europas. (mh)