In Thüringen sollen landeseigene Dächer für Investoren zum Betrieb von Solaranlagen zur Verfügung gestellt werden. (Foto: © Pixelio / Sturm)
Thüringen will den Ausbau von Photovoltaik fördern und hat hierzu ein besonderes Konzept entwickelt: Die Dächer von landeseigenen Gebäuden sollen zum Betrieb von privaten Photovoltaik-Anlagen ausgeschrieben werden. So können private Investoren zum Ausbau der Solarenergie beitragen, ohne dass die Staatskasse belastet wird. Der thüringische Bauminister Christian Carius (CDU) erklärte seine Idee am Samstag anlässlich der abgeschlossenen Bauarbeiten an einem Schulgebäude in Jena. Auf den 1250 m² Dachfläche der Schule wurden insgesam 340 Photovoltaik-Module installiert, die eine Leistung von bis zu 63 Kilowatt erzeugen. Auf dem Dach des Internatsgebäudes wurde eine weitere Anlage mit einer Leistung von 60 Kilowatt installiert. Zusammen können beide Anlagen pro Jahr 100.000 Kilowatt Strom liefern, womit 15% des Energiebedarfs des Gymnasiums gedeckt werden könnte. Das entspricht einer Verringerung der CO2-Emissionen um rund 70 Tonnen jährlich.
Noch bis Jahresende sollen weitere Dächer von Landesgebäuden ausgeschrieben werden, darunter auch die Fachhochschule Erfurt und der Internatsneubau des Oberhofer Sportgymnasiums. Bei den Neubaumaßnahmen, die das Land derzeit plant, wird die zukünftige Nutzung der Solarenergie bereits bei der baulichen Vorbereitung berücksichtigt. Dazu gehört unter anderem der geplante Neubau der Jugendstrafanstalt Arnstadt und von Polizeidienststellen in Erfurt. Auf weiteren landeseigenen Dächern wie denen der Berufsakademie in Gera, dem Bundesarbeitsgericht in Erfurt und der Universität in Erfurt wurden schon im August Solaranlagen installiert, die jedoch teilweise mit Geld aus dem Konjunkturprogramm gefördert wurden. (mh)