In Mecklenburg-Vorpommern sind viele tote Schweinswale gezählt worden. Die Todesursache ist noch ungeklärt. (Foto: © Anders Lind-Hansen/GSM)
In den letzten zwei Wochen wurden auffallend viele tote Schweinswale an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt. Die Experten des Deutschen Meeresmuseums zählten zwischen Warnemünde und Rügen 12 tote Tiere - laut Walforscher Stefan Bräger eine außergewöhnlich hohe Zahl. Woran die Tiere starben ist aufgrund des starken Verwesungszustandes nicht mehr genau zu ermitteln, die Forscher vermuten jedoch biologische Ursachen, weil Jung- und Muttertiere nach der Kalbungszeit sehr anfällig für Krankheiten und Störeinflüsse sind. Die toten Tiere könnten auch ein Hinweis auf eine starke Vermehrung der Schweinswale sein. Eine wesentliche Ursache für den Tod vieler Schweinswale ist auch die Fischerei, da viele Tiere in den Netzen der Fischer verenden. Bei den in den letzten Jahren gefundenen toten Schweinswalen zeigten rund 47% der Tiere, bei denen die Todesursache festgestellt werden konnte, so genannte Netz- marken, also Spuren der Fischer-Netze.
Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass die ungewöhnlich hohe Zahl toter Tiere mit dem Bau des Windparks vor dem Darß zusammenhängen könnte. Allerdings hält das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) einen solchen Zusammenhang für nicht wahrscheinlich, weil die Rammarbeiten für die 21 Windanlagen schon Ende Juni abgeschlossen waren, erklärt Amtsleiter Eckhardt Wedewardt in der “Welt”. Außerdem gab es Auflagen, die sicherstellen sollten, dass die Belastung der Tiere durch den Windparkbau so gering wie möglich gehalten werden. Stralsunder Forscher wollen die Kadaver nun erneut in einem Sektionsraum untersuchen und erhoffen sich hiervon mehr Hinweise auf die Todesursache der Tiere. (mh)