Laut dem BUND kommen viele große Handelsketten ihrer Auskunfts- pflicht über Schadstoffe in Produkten nicht oder nur teilweise nach.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat herausgefunden, dass zahlreiche große deutsche Handelsketten offenbar gegen die europäische Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) verstoßen. Die Verordnung enthält eine Verpflichtung der Händer, Verbrauchern auf Anfrage die in einem bestimmten Produkt enthaltenen Schadstoffe zu nennen. Diese Anfragen stellte der BUND bei 24 bekannten Handelsketten. Gleichzeitig ließ er die entsprechenden Produkte in einem Labor untersuchen. Insgesamt 8 Unternehmen (darunter dm, Rossmann, Neckermann und Medi- max) nannten enthaltene meldepflichtige Schadstoffe gar nicht oder nicht wahrheitsgemäß. Weitere 9 Unternehmen machten unzureichende Angaben, antworteten erst nach der vorgeschrie- benen Frist von 45 Tagen oder überhaupt nicht. In dem BUND-Test erfüllten nur 7 der 24 Unternehmen ihre Gesetzespflicht - ein Ergebnis, dass der BUND-Experte für Chemikalienpolitik Jurek Vengels als inakzeptabel bezeichnet. Vengels kritisiert nicht nur, dass die Händler ihrer Informationspflicht nicht nachkommen, sondern dass Schadstoffe in vielen Alltagsprodukten noch immer weit verbreitet sind und fordert die Händler auf, die betroffenen Produkte durch schadstofffreie Alternativen zu ersetzen.
Das Labor konnte in 14 der 24 untersuchten Produkten Phthalate (Weichmacher) nachweisen, die unter dem dringenden Verdacht stehen, die Fortpflanzungsfähigkeit zu schädigen. Außerdem wurden in 2 Produkten bromierte Flammschutzmittel gefunden, die sich (oder ihre Abbauprodukte) im Organismus und der Umwelt anlagern. Manche Produkte enthielten sogar mehrere Schadstoffe. Den höchsten Schadstoffgehalt fand das Labor in Regenstiefeln vom Versandhaus Schwab, die zu über 36% aus dem Weichmacher DEHP (Diethylhexylphthalat) bestanden. (mh)