Greenpeace-Aktivisten haben das Ölbohrschiff Stena Carron besetzt und protestieren gegen Tiefseebohrungen. (Foto: © Greenpeace)
Seit heute mittag protestieren Aktivisten von Greenpeace auf dem Ölbohrschiff “Stena Carron” vor der Küste der Shetland Inseln gegen eine geplante Probebohrung im Nordost-Atlantik. Zwei Akti- visten aus Deutschland und Schweden kletterten an der Anker- kette des 228 Meter langen Bohrschiffs des US-amerikanischen Energiekonzerns Chevron hoch und richteten sich für längere Zeit auf dem Schiff ein. Die “Stena Carron” sollte in den nächsten Tagen zum Lagavulin Ölfeld fahren, das etwa 200 Kilometer nördlich der Shetland Inseln liegt. Dort sollte es mit einer neuen Probebohrung in 500 Meter Tiefe beginnen.
Greenpeace fordert - auch angesichts der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, die durch die Explosion der Ölplattform “Deepwater Horizon” verursacht wurde - den sofortigen Stopp von Tiefsee- bohrungen. Greenpeace-Ölexperte Jörg Feddern ist entsetzt darüber, dass die Ölfirmen weitermachen “als sei nichts geschehen” und dass “obwohl der genaue Hergang des Unglücks der Deepwater Horizon immer noch nicht geklärt ist”. Feddern weist darauf hin, dass ein Unglück wie im Golf von Mexiko auch vor unseren Küsten jederzeit möglich sei.
Die Umweltschützer verstehen ihre Aktion auch als Signal für das in zwei Tagen beginnende Ministermeeting der OSPAR-Staaten in Bergen (Norwegen). Dort wollen die Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland und Großbritannien, über Schutzmaßnahmen für die Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks einschließlich der Nord- see, beraten. Deutschland hatte den Vorschlag eingebracht, ein Moratorium für Tiefseebohrungen einzusetzen, Großbritannien will diesen Vorschlag laut Greenpeace ablehnen. (mh)