Die vor allem in Schleswig-Holstein anfallende überschüssige Windenergie könnte sinnvoll genutzt werden. (Foto: © Pixelio / Brockmann)
An den Küsten Schleswig-Holsteins kann es bei entsprechendem Wind dazu kommen, dass die Windkraftanlagen bis zu 20% mehr Strom erzeugen, als in das vorhandene Netz eingespeist werden kann. Damit das Netz nicht überlastet wird, wird die überschüssige Windkraft einfach nicht genutzt. Nun hat die Wasserstoff- Gesellschaft Hamburg zusammen mit den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein das Potenzial der Wasserstoffproduktion aus Windstrom untersuchen lassen und kommt zu dem Ergebnis, dass der Überschussstrom in der Region Hamburg hierfür ideal genutzt werden kann. So könnte Windenergie in Wasserstoff umgewandelt und in dieser Form gespeichert werden, so dass die Energie im Verkehrs- oder industriellen Bereich eingesetzt werden kann.
In Hamburg und Umgebung werden in den großen Stahl- und Chemiewerken Unmengen an Wasserstoff als Rohstoff eingesetzt, der hauptsächlich aus Erdgas und anderen Kohlenwasserstoffen wie Benzin, Ethylen oder Schweröl gewonnen wird. Laut der Studie der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) kann jedoch der gesamte großindustrielle Jahresbedarf an Wasserstoff, der derzeit bei etwa 263 Millionen m³ liegt, schon im Jahr 2020 mit Windstrom erzeugt werden. Die Windkraft in der Region habe sogar das Potenzial für Stromlieferungen von 320 Millionen m³ pro Jahr. Hierdurch würden jedes Jahr 320.000 Tonnen CO2 eingespart werden.
Um dies zu realisieren, müsste eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut werden, was Investitonen von 600 Millionen Euro erfordere, die vor allem in den Bau der großindustriellen Elektro- lyseanlagen fließen würden, schreibt das “Hamburger Abendblatt”. Heinrich Klingenberg, Geschäftsführer der in Hamburg an Wasser- stoffprojekten arbeitenden hySolutions GmbH, räumt zwar ein, dass Wasserstoff aus Windkraft derzeit noch etwa doppelt so teuer ist wie konventionell erzeugter Wasserstoff, aber im Vergleich zu anderen neuen Technologien sei “der Abstand gar nicht so groß”, betont Klingenberg. (mh)