Der Bund prüft, ob ein Ausbau des Stromnetzes der Deutschen Bahn für den Windstrom-Transport genutzt werden kann. (Foto: © DailyGreen)
Medienberichten zufolge prüft der Bund derzeit die Nutzung und den Ausbau des Stromnetzes der Deutschen Bahn für den Transport von Windstrom von der Küste in den Süden. Konkret soll geprüft werden, ob einige Bahn-Stromtrassen um bis zu 15 Meter erhöht werden können, so dass zusätzliche Gleichstromkabel mit einer Kapazität von bis zu 500 Kilovolt angebracht werden können.
Nach einem Sprecher des Verkehrsministeriums wäre dies aber vielleicht eine Möglichkeit, mit der das Durchleitungsproblem von Windstrom zu lösen, allerdings gebe es hierfür noch keine konkreten Pläne, die Möglichkeiten werden derzeit ressort- übergreifend geprüft. Bahnchef Rüdiger Grube zeigte sich gegenüber der “Welt am Sonntag” offen für solche Pläne und würde entsprechende Maßnahmen auf jeden Fall prüfen. Laut einem internen Papier der Bahn würde sich die Kosten für einen Ausbau des bahneigenen Stromnetzes auf bis zu 2,5 Milliarden Euro Kosten belaufen. Das wäre deutlich weniger als der vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) geschätzte Investitionsbedarf für neue Stromnetze, der bei etwa 40 Milliarden Euro liegen würde.
Laut der Deutschen Energieagentur werden bis 2015 rund 1000 Kilometer neue Leitungen benötigt, von diesen wurden aber bislang erst 90 Kilometer gebaut. Somit fehlen zum jetzigen Zeitpunkt viele Leitungen, die den Abtransport der in Offshore- Windanlagen produzierten Strom erlauben. Oft blockieren Bürger- initiativen den Bau neuer Leitungen. (mh)