In unmittelbarer Umgebung von Windkraftanlagen verändert sich die Lufttemperatur leicht. (Foto: © DailyGreen / Karthaus)
Forscher der University of Illinois haben herausgefunden, dass sich die Temperatur in der unmittelbaren Umgebung von Windkraft- anlagen leicht verändert. Dies ist auf die Turbulenzen der Atmosphäre zurückzuführen, die von den Rotorblättern verursacht werden, berichtet Pressetext. Durch die Rotoren wird die kalte Luft aus den höheren Schichten zum Boden gedrückt und die warme Luft nach oben befördert, so dass sich die warmen und kalten Luftschichten vertikal durchmischen. Forschungsleiter Somnath Baidya Roy erklärt, dass abhängig von den Windverhältnissen die Luft um die Turbinen tagsüber etwas kühler und nachts etwas wärmer ist als die Umgebung. Dieser Effekt ist umso stärker, je mehr Wind weht und je weniger turbulent die Atmosphäre von sich aus ist. So vermutet Roy, dass Windkraftanlagen am Meer vor allem den nächtlichen Kühleffekt aufweisen.
Dieser Effekt der Windkrafträder muss keine negativen Folgen haben, im Gegenteil: Windkraftanlagen, die auf bewirtschafteten Feldern stehen, können so z.B. den Unterboden nachts vor Frost schützen, so dass sich sogar die Wachstumsperiode verlängern könnte. Einen Einfluss auf das Wetter hat die vertikale Durch- mischung der Luftschichten allerdings nicht. Kurt Rohrig, Bereichsleiter Energiewirtschaft und Netzbetrieb am Kasseler Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik, erklärt gegenüber Pressetext, dass die Windkraft einen viel geringeren Einfluss auf das Wettergeschehen hat als z.B. Industrieanlagen oder Städte. (mh)