2011 wird die Ökostrom-Umlage um 72% erhöht, was sich in erheblich höheren Strompreisen niederschlägt. (Foto: © Pixelio / Sturm)
Am Freitag haben die deutschen Netzbetreiber offiziell verkündet, dass die Ökostrom-Umlage im kommenden Jahr um 72% auf 3,53 Cent je Kilowattstunde steigen wird. Bislang betrug die Ökostrom- Umlage rund 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Stromexperten gehen davon aus, dass dies für einen vierköpfigen Haushalt bis zu 70 Euro Mehrkosten pro Jahr bedeuten wird. Wie hoch die Ökostrom- Umlage für das nächste Jahr ist, wird immer am 15.10. festgelegt und erechnet sich hauptsächlich aus der prognostizierten Menge von Ökostrom und den Kosten für konventionell erzeugtem Strom, die dadurch vermieden werden. Den Angaben der Netzbetreiber zufolge ist die drastische Erhöhung der Ökostrom-Umlage zum einen auf die erheblich höhere erwartete Ökostrom-Einspeisung und andererseits auf die gesunkenen Preise für konventionellen Strom zurückzuführen. Den Prognosen zufolge wird vor allem die installierte Solarstrom-Leistung deutlich steigen. Ende 2009 waren es knapp 10.000 Megawatt und für Ende 2011 erwarten Experten eine installierte Leistung von fast 29.000 Megawatt.
Die Bundesnetzagentur forderte die Netzbetreiber jedoch dazu auf, die Erhöhung der Ökostrom-Umlage nicht ausschließlich an die Verbraucher weiterzugeben, denn schließlich würden auch die Konzerne von den gesunkenen Strompreisen an der Leipziger Börse immer mehr profitieren. Die Bundesnetzagentur und der Bundesverband Neuer Energieanbieter raten den verbrauchern, die Angebote auf dem Strommarkt sorgfältig zu prüfen und ggf. zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. (mh)