Die EU will Ökostromnetze ausbauen, was höhere Strompreise für die Verbraucher bedeuten kann. (Foto: © Pixelio / Sturm)
Die EU-Kommission will Mitte November einen Entwurf zum Ausbau der EU-weiten Stromnetze vorlegen, der sich laut Medienberichten auf die Strompreise in ganz Europa auswirken könnte. EU-Energie- kommissar Günther Oettinger plant, die nationalen Regulierer, die ihren Kunden Durchgangsgebühren berechnen, zu Rückstellungen zu verpflichten, die für die Instandhaltung und den Neubau der Stromnetze verwendet werden. Damit sollen die dringend nötigen Investitionen für die Strom-Infrastruktur beschleunigt werden, so Oettinger gegenüber der “Welt”.
Experten zufolge müssen in Europa bis zum Jahr 2020 insgesamt 35.000 Kilometer Hochspannungsleitungen neu errichtet und 7000 Kilometer ausgebaut werden, damit die Versorgung von Ökostrom durch Windräder und Solarmodule sichergestellt werden kann. Das Problem bei der Nutzung von erneuerbaren Energien ist nämlich, dass Wind- und Solarkaft witterungsbedingten Unwägbarkeiten unterliegen, die nur mit einem gut ausgebauten Netz ausgeglichen werden können. Für Politiker, Rechniker und Raumplaner ist dies eine Herausforderung, denn in jedem Land müssen dutzende Genehmigungen eingeholt und Auflagen beachtet werden, um den Netzausbau voranzutreiben. (mh)