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Bundeswehr blockiert Ausbau der Windenergie

An vielen Standorten in Niedersachsen blockiert die Bundeswehr den Neubau von Windkraftanlagen. (Foto: © DailyGreen / Karthaus)
An vielen Standorten in Niedersachsen blockiert die Bundeswehr den Neubau von Windkraftanlagen. (Foto: © DailyGreen / Karthaus)

An mehreren Standorten in Niedersachsen ist der Ausbau der Windenergie durch Bedenken der Bundeswehr gefährdet. Gerade erst scheiterte der Neubau von 25 Windrädern in der Nähe eines Luftwaffe-Stützpunktes in Nordholz (nahe Cuxhaven), weil die Bundeswehr erklärte, dass die Anlagen das Radarsystem stören würden, so dass Luftfahrzeuge kaum oder gar nicht mehr erkannt werden könnten. In Wittmund (Ostfriesland) ist ein weiteres Windkraft-Projekt akut gefährdet und bei den über 20 geplanten Anlagen will die Bundeswehr nun zunächst einzeln prüfen, ob ein Bau die militärische Luftfahrt beeinträchtigen würde. Das kostet nicht nur jede Menge Geld, sondern auch Planungssicherheit, denn wegen der ungewissen Situation hat der Ausbau der Windenergie deutlich an Attraktivität verloren.

Der Bundesverband Windenergie (BWE) wirft der Bundeswehr eine Blockadehaltung vor, die sich zum Beispiel darin ausdrückt, dass die Bundeswehr vor dem Windradbau Gutachten erstelle, die auf veralteten Radarsystemen beruhen, obwohl die Luftwaffe bereits modernere Sekundärradarsysteme einsetzt. Wegen der Bedenken der Bundeswehr ruhen im Augenblick Windpark-Projekte mit einer Leistung von insgesamt fast 1400 MW, berichtet der Verband. Ein Sprecher des Umweltministeriums bestätigte, dass die Uneinigkeit mit der Bundeswehr in dieser Frage tatsächlich ein Problem dar- stelle. Zukünftig sollen deshalb alte Windräder durch moderne Modelle mit besonders starker Leistung ersetzt werden, um die Radarsysteme nicht zu stören. Eine Lösung für den Fall in Nordholz war das jedoch nicht, die Bundeswehr setzte sich trotzdem durch. Deshalb sollen nun Gespräche mit dem Verteidigungsministerium eine Lösung bringen.

Doch nicht nur die Bundeswehr ist häufig gegen den Bau von neuen Windrädern, auch mit Tierschützern, die sich um die Sicherheit der Vögel sorgen, und Anwohnern, die sich über den Lärm und die Verschandelung der Landschaft beschweren, kommt es regelmäßig zu Konflikten. (mh)

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