Offenbar existiert ein komplexer internationaler Schwarzhandel mit dem vom Aussterben bedrohten Blauflossentunfischs.
Der Blauflossentunfisch (auch Roter Tunfisch genannt) ist wertvoll, aber lokal vom Aussterben bedroht. Nun hat eine unabhängige, achtmonatige Untersuchung eines internationalen Journalisten- Netzwerks (ICIJ) ergeben, dass es offenbar einen sehr komplexen internationalen Schwarzhandel mit einem Volumen von 4 Milliarden US-Dollar für den Fisch gibt, berichtet der WWF. Der Recherche des ICIJ zufolge sollen vor allen französische Fischereibehörden von den illegalen Aktivitäten und gefälschten Statistiken gewusst und diese gegenüber der EU und der Internationalen Kommission zum Schutz des Atlantischen Tunfisches (ICCAT) gedeckt haben.
Schon länger warnt der WWF, dass die Tunfisch-Fischerei außer Kontrolle sei, was durch die Untersuchungsergebnisse bestätigt wurde. WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht erklärt, dass die Ergebnisse “zeigen, dass diese Fischerei und ihre gesamte Wert- schöpfungskette illegale Charakterzüge haben”. Die gesamte Pro- duktionskette sei unterwandert, so dass weder die Regierungen noch die Unternehmen noch die Verbraucher sicher sein können, dass es sich bei dem vorliegenden Blauflossentunfisch tatsächlich um legal gefangene und gehandelte Exemplare handelt. Schacht bezeichnete die Enthüllungen als “internationalen Skandal” und fordert die ICCAT auf, mit einer Schließung der industriellen Ring- wadenfischerei und ihren angegliederten Tunfischfarmen zu reagieren. Zukünftig sollte nur noch die handwerkliche Fischerei auf Roten Tunfisch und zwar mit Fangmengen von höchstens 6000 Tonnen pro Jahr erlaubt sein. Außerdem fordert der WWF die Einrichtung von fischereifreien Schutzzonen in den Laichgebieten, so dass sich die Bestände der Tunfische erholen können. (mh)