Die Bundesnetzagentur fordert in einem Positionspapier eine Verbesserung der PV-Leistungsmessung. (Foto: © Pixelio / Sturm)
In einem neuen Positionspapier fordert die Bundesnetzagentur die Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber dazu auf, die Bilanzen der Solarstromeinspeisung zu präzisieren. Nur mit realistischen Werten können die Prognose, Vermarktung und Abrechnung von PV-Strom verbessert werden. Da derzeit nur von etwa 25% der installierten PV-Anlagen die Leistung gemessen wird, weichen die Angaben der angegeben von der tatsächlichen Solarstromeinspeisung teilweise erheblich ab, was sich auch spürbar auf die Systemsicherheit der Stromnetze auswirkt, warnt die Bundesnetzagentur.
Normalerweise werden echte Viertelstunden-Ist-Werte für die Vermarktung an der Strombörse benötigt, doch diese fehlen, weil der Großteil der installierten Photovoltaik-Leistung überhaupt nicht gemessen wird. Hinzu kommt, dass neu installierte Kapazitäten von den Verteilnetzbetreibern deutlich zeitverzögert gemeldet werden. Laut den Betreibern liegt dies vor allem an dem rasanten Anstieg neuer PV-Anlagen. Da eine tatsächliche Messung aller Anlagen nicht realisierbar ist, empfiehlt die Bundesnetzagentur die Einführung eines Referenzmessverfahrens, bei dem die Daten von einzelnen repräsentativen Anlagen, deren Leistung tatsächlich gemessen wurde, auf den Anlagenbestand in dem jeweiligen Gebiet hochgerechnet werden soll. Ein solches Verfahren wird im Bereich der Windenergie schon länger eingesetzt.
Bis zum Frühjahr 2011 sollen die Verteilnetzbetreiber nun ein solches Referenzmessverfahren erarbeiten und umsetzen. Bis dahin sollen sie ihre Einspeiseprofile verbessen und mindestens einmal monatlich über neu installierte Anlagen und deren Leistung informieren. Sollte dies wegen des massiven Anstiegs von neuen Anlagen nicht möglich sein, fordert die Bundesnetzagentur Abschätzungen der installierten Leistung, die “nach bestem Wissen und Gewissen erstellt” werden. (mh)