Wer Dosenthunfisch kauft, erhält oft nicht das, was auf der Verpackung steht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Greenpeace.
Wer im Supermarkt zu Thunfisch aus der Dose greift, bekommt häufig ohne sein Wissen einen Mix verschiedener Thunfischarten. Zwar ist diese Praxis EU-weit verboten, wird von der Industrie aber offenbar trotzdem oft angewendet. Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltschutzorganisation Greenpeace. In einem Test wurden mindestens fünf verschiedene Marken in zwölf EU-Ländern überprüft. Das Ergebnis: Oft finden sich mehrere Thunfischarten in einer Dose. Zudem sind die Dosen oft falsch ausgezeichnet.
“Die Thunfisch-Industrie ist außer Kontrolle”, sagte Greenpeace-Meeresbiologin Iris Menn. “Die Hersteller wollen das Massen- produkt Thunfisch in Dosen möglichst billig anbieten.” Deshalb kommen laut Greenpeace auch überfischte Thunfischarten wie z.B. der Großaugen- und Gelbflossen-Thun in die Dosen. Greenpeace fordert von der Industrie einen nachhaltigen Fischfang. Nur so kann laut der Expertin verhindert werden, dass sich in den großen Netzen der Fischer auch überfische Thunfische verfangen, die als Jungfische dem Bonito ähneln. Auch Schildkröten, Haie und andere Meerestiere landen oft in den Netzen. Langfristig, so die Forderung von Greenpeace, müsse der Thunfischfang wieder auf Angel und Leine umgestellt werden. (mh)