Lufthansa testet Bio-Kerosin im normalen Flugbetrieb
Ab nächstem Jahr will die Deutsche Lufthansa als erste Fluggesellschaft der Welt Bio-Kerosin im normalen Flugver- kehr testen. Wie Lufthansa am Montag in Berlin ankündigte, soll das von der Bundesregierung mit 2,5 Millionen Euro subventionierte Projekt (Gesamtkosten: 6,6 Millionen Euro) im April 2011 starten. Dabei wird ein Triebwerk eines Airbus A321 sechs Monate lang mit einem 50%-igen Biosprit-Kerosingemisch versorgt. Rein rechtlich ist derzeit nur eine Beimischung von maximal 50% erlaubt. Auf der Test-Flugstrecke Hamburg-Frankfurt werden dann Experten des Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Schadstoffmessungen durchführen und untersuchen, wie sich der neue Biokraftstoff auf die Wartung und Lebensdauer des Triebwerks auswirkt. Manfred Aigner, Leiter des DLR-Instituts für Verbrennungstechnik, geht davon aus, dass bei der Verbrennung von Bio-Kerosin deutlich weniger Rußpartikel entstehen.
Projektleiter Joachim Buse teilte mit, dass man anstrebe, in 10-15 Jahren generell Flugbenzin mit einem 5-10%igen Biokraftstoff-Anteil zu nutzen, um die CO2-Emissionen zu senken und den im Vergleich zu normalem Kerosin 4% höheren Energiegehalt des synthetischen Treibstoffs zu nutzen. Im Test wird ein Gemisch des finnischen Unternehmens Neste Oil verwendet, das zu 60% aus dem Öl von Jatropha-Bohnen, Rapsöl und tierischen Fetten besteht. Da Bio-Kerosin zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in großen Mengen produziert wird, ist es noch 3-4 Mal so teuer wie herkömmliches Kerosin. Aus diesem Grund und der Begrenztheit der Landflächen für nachwachsende Rohstoffe wie Raps will die Lufthansa langfristig Algen als Biomasse für Kraftstoffe nutzen. (mh)




