An deutschen Küsten droht massives Vogelartensterben

Auf dem Deutschen See- und Küstenvogelkolloquium in Stralsund Ende November haben Ornithologen Alarm geschlagen: An der deutschen Nord- und Ostseeküste droht ein dramatisches Artensterben, von mehr als 80% aller Vogelarten, die hier leben, gehen die Bestände zurück und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Vor allem der Bestand von Arten wie Austernfischer, Eiderente, Kornweihe, Mittelsäger, Rohrschenkel, Sandregenpfeifer, Trottellumme, Fluss-, Zwerg- und Küstenseeschwalbe ist besorgniserregend. An der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns sind bereits einige Arten wie der Steinwälzer und der Seeregenpfeifer ausgestorben, obwohl sie unter strengstem Naturschutz standen.
Ornithologe Christof Herrmann befürchtet, dass in den kommenden Jahren noch weitere Arten wie der Alpen- und der Kampfstrandläufer verschwinden, deren Bestand sich drastisch reduziert hat. Zwar haben sich auch sieben neue Arten an der Ostseeküste etabliert, aber auch diese seien schon wieder extrrem gefährdet. Dazu gehören u.a. die Küstenseeschwalbe, die Eiderente, die Herings-, die Mantel- und die Schwarzkopfmöwe. Die Gründe für die akute Bedrohung der Vögel sind vielfältig: Vor allem die Entwässerung und die landwirtschaftliche Nutzung der Feuchtgebiete und die anhaltende Besiedlung der Küsten- standorte machen den Vögeln das Überleben schwer. Ornithologe Martin Küper kritisiert zudem den schlechten Naturzustand vieler Schutzgebiete an der Nord- und Ostseeküste. Die am Boden brütenden Küstenvögel müssen sich gegen zunehmend mehr Räuber wie Füchse, Marder, Wanderratten oder Dohlen zur Wehr setzen. (mh)




