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EU fordert europaweiten Handel mit Ökostrom

EU fordert europaweiten Handel mit Ökostrom
Die EU-Kommission plädiert für einen europaweiten Handel mit Ökostrom, bei dem verschiedene Anlagen aufeinander abgestimmt werden. (Foto: © Pixelio / Sturm)

EU-Energiekommissar Günther Oettinger will einen europaweiten Ökostrom-Handel einführen und forderte deshalb alle 27 Mitglieds- staaten der EU dazu auf, nationale Grenzen zu überschreiten, um erneuerbare Energien zu finanzieren. Durch entsprechende Konzepte könnten bis zum Jahr 2020 rund 100 Milliarden Euro eingespart werden, heißt es. Ein solches Konzept könnte zum Beispiel so aussehen, dass Solar- und Windkraft- anlagen aufeinander abgestimmt werden, so dass Sonnenenergie aus den südlichen EU-Ländern und Windenergie von der Nordsee europaweit vertrieben werden könnte. Hierbei wäre ein Zertifikate-System denkbar, wie es auch beim Emissionshandel besteht. Auch Kooperationen mit Drittländern, insbesondere in Nordafrika, sind im Gespräch.

Zwar sind Ansätze zu einem EU-Binnenmarkt für erneuerbare Energien schon im EU-Klimapaket aus dem Jahr 2008 ein Thema, doch bislang zieht die Bundesregierung die nationale Einspeisevergütung vor. Dabei wird dem Ökostrom-Erzeuger die Abnahme garantiert und die daraus resultierenden Mehrkosten dem Verbraucher zur Last gelegt. Experten schätzen, dass die von den Verbrauchern aufgebrachte Subvention für Ökostrom in diesem Jahr rund 8 Milliarden Euro beträgt. Die EU will bis zum Jahr 2020 ein Fünftel der Energieversorgung aus regenerativen Energiequellen abdecken, die Bundesregierung strebt an, den Anteil von Ökostrom bis 2050 auf 80% zu steigern. Aktuell liegt der Ökostrom-Anteil in Deutschland bei 10% und soll bis 2020 auf 18% ansteigen. (mh)