Lieferant verkauft konventionelles Fleisch als Bio-Ware
Laut einem Bericht der Berliner “taz”, die sich auf Informationen von Brancheninsidern beruft, hat der italienische Lieferant Paolo Zaccardi monatelang konventionelles Schweine- fleisch als Bio-Fleisch deklariert und zu einem deutlich höheren Preis verkauft. Schätzungen zufolge soll er für dieses falsch deklarierte Fleisch 1 Million Euro kassiert haben. Qualitätsmanager Sven Euen von der Supermarktkette Tegut bestätigte der “taz”, dass man einen Teil des betroffenen Fleisches z.B. in Form von Schinken erhalten habe. Zaccardi warb mit blumigen Worten für sein Fleisch von glücklichen Schweinen, aber schon seit Mai liegt kein Zertifikat von einer zuständigen Kontrollstelle mehr vor, dass der Lieferant die Vorschriften der EU für den Biolandbau auch tatsächlich einhält. Ende April wurde Zaccardi das Biosiegel entzogen, weil dieser unter Verdacht stand, konventionelles Fleisch als Bio-Ware umzudeklarieren und eine entsprechende Kontrolle durch eine vorzeitige Kündigung verhinderte. Auf dem bisherigen Zertifikat stand jedoch immer noch das Datum 30. September.
Immer mehr Verbraucher entscheiden sich für das oft bis zu doppelt so teure Bio-Schweinefleisch. Das hat unterschiedliche Gründe: Manche möchten sicherstellen, dass das Tier vor seinem Tod artgerecht gehalten wurde, andere schwören auf den wohlschmeckenderen Geschmack der Bio-Schweine. Damit ein Schwein später als Bio-Ware verkauft werden darf, müssen strenge Vorschriften eingehalten werden. So müssen die Tiere mindestens dreimal so viel Platz zur Verfügung haben wie ein Schwein in konventioneller Haltung und durch Wühlmaterial die Möglichkeit haben, ihren Bewegungs- und Spieldrang auszuleben. Das Futter der Schweine muss größtenteils ohne Pestizide und Mineraldünger erzeugt werden und muss zu mindestens 50% von dem Biobauern selbst hergestellt oder von einem Bio-Partnerbetrieb gekauft werden. (mh)





