Ökostrom: Strom aus der Wüste soll durch das Wasser kommen
Um den aus dem ehrgeizigen Wüstenstromprojekt Desertec gewonnenen Ökostrom auch von Afrika nach Europa transportieren zu können, haben rund 20 internationale Firmen am Donnerstag dazu in Frankreich die Gesellschaft „Medgrid“ gegründet. Das dazugehörige Gründungsstatut wurde am Donnerstag von dem französischen Energieminister Eric Besson in Paris unterzeichnet. Frankreich will durch „Medgrid“, zu dessen Gründungsmit- gliedern neben den französischen Konzernen Alstrom, Areva, EDF und Nexans auch die marokkanische Elektrizitätsbehörde, das spanische red Electrica sowie der deutsche Siemens-Konzern gehören nun prüfen, ob es möglich ist, die Energie-Leitungen unter dem Mittelmeer zu verlegen, damit der in Afrika gewonnene Ökostrom nach Europa transportiert werden kann. Für die Zukunft erneuerbarer Energien ist dies eine wichtige Angelegenheit. “Der Kampf um ein nachhaltiges Wachstum entscheidet sich vor allem über neue Netze”, sagte Energieminister Besson. “Wir brauchen Energie-Autobahnen”, um die EU mit Quellen erneuerbarer Energien zu verbinden.
Das ursprünglich auf den Namen „Transgreen“ getaufte Medgrid soll das multinationale Projekt Desertec im südlichen und östlichen Mittelmeer- becken ergänzen, nachdem erst jetzt konkrete Pläne feststehen, dass vor allem durch den Bau von Solaranlagen bis 2020 die Produktion von 20 Gigawatt Strom aus erneuerbaren Energien erfolgen soll. Gut ein Viertel des erzeugten Ökostroms soll dann durch die Hochspannungs- leitungen im Mittelmeer nach Europa fließen und die Menschen dort mit umweltfreundlichem Ökostrom versorgen. (sk)





