Verbraucherschützer warnen vor Blei in Kinderschmuck
Nachdem im Jahre 2004 in den USA ein Kind an einer Bleivergiftung gestorben war, nachdem es Modeschmuck verschluckt hatte, wurden auch die Verbraucherschützer in Deutschland aufmerksam. Seit 2007 untersucht das Institut für Bedarfsgegenstände des Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebens- mittelsicherheit (LAVES) den Bleigehalt und die entsprechende Bioverfügbarkeit in Modeschmuck für Jugendliche und Kinder. Immer wieder wurde festgestellt, dass in Deutschland nicht unerhebliche Mengen bleihaltigen Schmucks auf dem Markt erhältlich sind. Bis heute gibt es weder in Deutschland noch in Europa Vorschriften zu dem Bleigehalt in Modeschmuck für Kinder, deshalb orientierten sich die Forscher an dem in den USA gültigen Grenzwert. Es zeigte sich, dass das Blei oft gezielt bei der Herstellung von Modeschmuck eingesetzt wird, denn als besonders “weiches” Material lässt es sich gut zu Figuren verarbeiten. Besonders die Verschlüsse von Ketten und Armbändern sowie Schmuckanhänger wiesen oft eine Bleiproblematik auf.
Bei dem jüngsten Test von knapp 250 Kinderschmuck-Artikeln wiesen fast 30% Bleikonzentrationen auf, die über den Höchstwerten der USA liegen. Die Europäische Union scheint diese Problematik jedoch zu ignorieren, denn in der neuen EU-Spielzeugrichtlinie, die ab Mitte 2011 auch in Deutschland in Kraft tritt, ist Kinderschmuck ausdrücklich ausgenommen. Verbrauchern wird empfohlen, unbedingt darauf zu achten, dass Kinder grundsätzlich keinen Schmuck in den Mund nehmen. Schon beim Kauf sollten Eltern auf Modeschmuck verzichten, der auffällig glänzt, relativ schwer und extrem billig ist - diese Produkte wiesen in den Tests besonders hohe Bleigehalte auf. (mh)




