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Energie-Wissenschaftler fürchten Zusammenbruch der Ökostrom-Förderung

Energie-Wissenschaftler fürchten Zusammenbruch der Ökostrom-Förderung
Energieexperten warnen vor einem Kollaps der Ökostromförderung in Deutschland und fordern eine rasche Reform der Energiepolitik. (Foto: © Pixelio / Bouda)

Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge haben führende Energiewissenschaftler vor einem Kollaps der Ökostromförderung in Deutschland gewarnt. Die Experten appellierten bereits an Abgeordnete des Deutschen Bundestags und sagten einen rasanten Anstieg der Ökostrom- umlage, die alle Stromkunden bezahlen müssten, voraus. Deshalb riefen sie die Abgeordneten in ihrem Schreiben dazu auf, schnell zu einer umfangreichen Reform der Energiepolitik zu gelangen, da nur so das Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG) zu retten sei. So schlagen die Forscher in der geforderten Reform etwa eine rasche Kürzung der Fördersätze für Solarstrom vor. Demzufolge sollen die Fördersätze der Photovoltaik- Anlagen auf 3,5 Gigawatt pro Jahr begrenzt werden und schlagen das Aus für Ökostromprivilegien vor, da andernfalls die Kosten aus dem Ruder laufen würden. Ansonsten würde die Akzeptanz für grüne Energien schwinden und das Fördersystem für erneuerbare Energien scheitern. Die „Süddeutschen Zeitung“ zitiert aus dem Brief: “Es käme zu einem gewaltigen Rückgang der Investitionen, zu beträchtlichen Produktions- überkapazitäten und zu einem technologischen Fadenriss in einem Technologiebereich, wo die deutsche Industrie heute Vorreiter ist”.

Neben dem Forschungskoordinator des Ökoinstituts, Felix Mattes, gehören zu den Unterzeichnern auch der Vizechef des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt und Energie, Manfred Fischedick sowie die Professoren Claudia Kemfert vom DIW und Eberhard Jochem von der ETH Zürich. Außerdem unterschrieb auch der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik, Jürgen Schmid, der zudem als Mitglied es wissenschaftlichen Beirats für globale Umweltveränderung ein wichtiger Berater der Bundesregierung ist. Schmid ist wie alle Autoren des Briefes als Verfechter des Ausbaus erneuerbarer Energien bekannt und deshalb sind sich alle einig, dass die Energiewende sich durch die üppige Förderung in akuter Gefahr befindet.

Durch die Überinvestitionswelle im Bereich der Photovoltaik und das Grünstromprivileg würden im nächsten Jahr auf Wirtschaft und Haushalte hohe Mehrkosten zukommen. Nach dem Anstieg der Ökostromumlage von 2 auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde würden die Kosten laut Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung für Verbraucher 2012 um weitere 30 Prozent steigen. (sk)