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Europäische Union senkt Fangquoten für Nordsee

Europäische Union senkt Fangquoten für Nordsee
Die neuen EU-Fangquoten für die Nordseefischer orientieren sich an wissenschaft- lichen Empfehlungen zum Schutz der Fischbestände. (Foto: © Pixelio / Handke)

Im kommenden Jahr müssen die Nordseefischer deutlich niedrigere Fangquoten hinnehmen. Die EU-Minister haben die Fangquoten für 2011 festgelegt und die für Kabeljau um 20% und die für Seelachs um 13% gesenkt. Das entspricht den Berechnungen des Bundesagrarministeriums etwa 2900 Tonnen Kabeljau und 10.000 Tonnen Seelachs. Auch für 70 andere Fischarten wurden die Quoten gekürzt. Die Quoten für Schollen und Heringe in der Nordsee sind dagegen um 15% bzw. 22% angehoben worden. Ihre Bestände hatten sich in den letzten Jahren wieder erholt. Das Von-Thünen-Institut für Seefischerei in Hamburg ist mit der Neuregelung zufrieden und hält die neuen Quoten für die nachhaltige Entwicklung der Fischbestände für geeignet. Ein Sprecher des Instituts bestätigte gegenüber Radio Bremen, dass die EU-Minister in ihren Quoten größtenteils den Empfehlungen der Wissenschaft gefolgt seien, erinnerte aber daran, dass die Einhaltung der Vorschriften auch kontrolliert werden müsse. Umweltschutzorga- nisationen wie Greenpeace gehen die Senkungen der Fangquoten nicht weit genug, der WWF zeigt sich jedoch grundsätzlich zufrieden, weil die neuen Quoten weniger von den wissenschaftlichen Empfehlungen abweichen als in den letzten Jahren.

Die Fischer sind mit den neuen Fangquoten nicht einverstanden, sie befürchten massive Umsatzeinbußen und kritisieren, dass die Quoten auf der Basis veralteter Zahlen festgelegt wurden. Tatsächlich basiert der Vorschlag der EU-Kommission auf einem Gutachten des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), nach dem fast 90% der Fischbestände in Europa als überfischt gelten. Bundesagrarministerin Ilse Aigner kann die Sorgen der Fischer verstehen, betont aber, dass der Erhalt der Fischbestände gleichzeitig auch eine Grundsicherung der Arbeitsplätze für die Fischer sei. (mh)